Wenn der Weg von der Nase bestimmt wird

Montag, Januar 30, 2017

Die Wand fühlt sich kühl und rau an. Jedoch stört es nicht, meine Sinnesorgane möglichst nah an die Wand zu drücken, um zu erfahren, was sich hinter der Tür verbirgt. Es ist hell und laut, Details sind jedoch nicht zu erkennen.

Meine Nase, trotz dem lastenden Druck, reckt sich in die Höhe. "Mhmm" – das riecht aber gut. Es riecht nach gebratenem Speck und aus einer anderen Ecke weht der Duft von geschmolzener Schokolade zu mir.

Die Tür öffnet sich – uups – fast mit einer Person aus dem Service zusammengestossen. Glück gehabt, die Person war beladen mit Tellern und Gläsern.

Man sieht in die Küche

Zwei Schritte und ich stehe mitten im Getümmel der Küche des Ristorante Camino. Die Köche Patrick, Pierre und Chris sind bereits voll an ihrem Werk und beachten mich nicht gross. Der richtige Zeitpunkt, um nach meiner Kamera zu greifen und einige Bilder zu machen.

Ich bin mitten ins Morgengeschäft in die Küche geplatzt. Einzelne Gäste im Restaurant bedienen sich noch am reichhaltigen Frühstücksbuffet, andere machen sich bereits auf den Weg auf die Piste. 

Im Hintergrund starten die Vorbereitungen für die Mittagszeit und auch bereits für das Frühstück am nächsten Tag werden Käsesorten geschnitten und Früchte vorbereitet. Heute steht Rösti mit Speck und Spiegelei auf dem Menü. Deshalb der Geruch nach Speck, denke ich mir. Der Chef meint zwar, diese Vorspeise sei nicht typisch Camino, aber was solls, mal was Neues testen, spricht ja nichts dagegen oder? 

Rösti mit Ei

 

 

 

Patrick meint ich solle doch mal rüber zu den Pizzaiolos, die machen unter anderem ein Gericht, welches für das Ristorante Camino steht:

Pizzaiolos bei der Arbeit

Als Gast kann man hinter dem Pizzaiolo direkt in den Ofen blicken oder seinen flinken Fingern beim Formen der Pizza folgen. Während meines Besuches standen gerade drei Herren hinter dem Tresen. Unter anderem Danilo, unser Teilnehmer bei der Weltmeisterschaft der Pizzaiolos. Blitzschnell werden die Teigbällchen zu flachen, fast schon geometirsch genauen, runden Pizzen geformt. Zack, zack die Pizza ist belegt und kommt ans Feuer.

Hinter mir tummelt sich das Servicepersonal und stellt das Tischgedeck vom Frühstück auf die Mittagszeit um. Brotbrösel werden aufgesaugt, Tische neu eingedeckt und Gewürzstreuer, Öl, Essig und Deko verteilt. 

Ristorante Camino

Ich geh zurück in die Küche.

Die Pâtissière Claudia trägt gerade eine Schüssel mit geschmolzener Schokolade an mir vorbei. Was für ein Blick, eine Schüssel voller Schokolade, da muss ich ihr doch gleich folgen. Sie geht zurück in ihre Arbeitsecke und ich bin gespannt, was sie mit soviel Schoggi anstellt.

Mit flinken Fingern füllt Claudia die flüssige Schokolade in Spritztüllen und drückt sie durch das kleine Loch auf Folien. Solche Folien kennt man aus der Schule, damals aus der Hellraumprojektor-Zeit, was stellt sie nun damit an? Die zarte Schokolade zieht sie mit viel Liebe in feine Streifen auf die Folie. Claudia meint zwar, das sei so nicht korrekt. In der Hohen Schule der Patisserie mache man das anders, aber was spricht gegen eine Do-it-yourself Version? So können wir diese coole Idee nämlich für private Köstlichkeiten kopieren. 

Schokolade Dessert

Am darauf folgenden Wochenende begegnete ich den filigranen Dekostücken beim köstlichen Dessert wieder.

Camino Dessert

Nun war es Zeit für mich, wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Das Mittagsgeschäft zog an und ich stand etwas im Weg. Aber mit vielen Bildern und Eindrücken in der Tasche, verliess ich die Küche des Restaurants.

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